Gil Martin

Ein ganz junger, ganzer Kerl

Der 18-jährige Gil Martin ist zurück nach seiner schweren Knieverletzung. Zurück im verrückten Wilden Westen des Skirennsports.

Im Wilden Westen und im Skicross gilt das Recht des Stärkeren. Die Strecken sind gespickt mit Steilkurven, Wellen und atemberaubenden Sprüngen. Wer bei Tempo 80 die Ellbogen einzieht, hat schon verloren. Gefragt sind ganz Kerle – und Kerlinnen übrigens auch. 

Gils Idole 

Das ist die Welt von Gil Martin aus dem Bernischen Därstetten. Der Logistiker in Ausbildung gilt als Ausnahmetalent. Bei Swiss Ski fühlt er sich gut aufgehoben. Kein Wunder, bei diesen Desperados als Teamkollegen und Idolen. Marc «Bischi» Bischofberger wurde im Training in Pyeongchang von der Piste abgeworfen wie von einem störrischen Pferd. Mit lädiertem Rücken ritt er danach tollkühn zu Olympia-Silber. Dann Alex Fiva: In Kalifornien aufgewachsen, stammt der Bündner tatsächlich aus dem Wilden Westen. Und Armin Niederer, der Cowboy. Er errang den spektakulärsten Sieg in der Geschichte des Skicross. Ganz nach dem Motto: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. 2014 in Sotschi war's, auf YouTube verewigt für alle Zeiten. 

Um ein Haar 

Reiten Bischofberger, Fiva und Niederer irgendwann in den Sonnenuntergang, steht Gil Martin bereit. Der Junioren-Schweizermeister 2017 bewies schon mehrmals, was in ihm steckt. Bei einem FIS-Rennen im November 2017 in Saas-Fee hätte er um ein Haar Marc Bischofberger geschlagen. Gil Martin erinnert sich: «Bis vor der letzten Kurve lag ich vor ihm, dann hat er mich dank seiner Erfahrung doch noch geschnappt.» 

Noble Geste 

Auf Marc Bischofberger hält Gil grosse Stücke. Nach seinem fatalen Sturz kurz vor Weihnachten 2017 in Frankreich meldete sich «Bischi» als einer der ersten bei ihm und munterte ihn auf. Dass er im Rausch des Sieges (Bischofberger gewann am gleichen Tag ein Weltcuprennen in Südtirol) an ihn dachte, beeindruckt Gil Martin bis heute. 

Soziales Engagement 

Auch Gil hat das Herz am rechen Fleck. Er engagiert sich für die Blindenmission, die sich zum Ziel gesetzt hat, blinden Menschen in der Dritten Welt das Augenlicht zurückzugeben. Man glaubt es kaum: Die Ärzte vollbringen das Wunder für 50 Franken. 

Zurück 

Nach seiner schweren Verletzung wurde Gil Martin noch an Silvester operiert. So konnte er das neue Jahr ohne Altlasten beginnen. Gil hatte schon unmittelbar nach dem Sturz den klaren Gedanken gefasst, nicht mit dem Schicksal zu hadern, sondern stärker zurückzukommen, als er vorher war. Das hat er geschafft, das Comeback auf Schnee steht unmittelbar bevor. Seine Mutter, eine ausgebildete Mentaltrainerin, unterstützte ihn wirkungsvoll auf dem Weg zurück. 

Europacup als Zwischenstation 

Im August findet in Neuseeland die Junioren-WM statt. Ob Gil Martin am Start steht, ist ungewiss. Der Verband ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Sollte der Trip nicht stattfinden, gibt der junge Berner Gas im europäischen Winter, der früher kommt, als man denkt. Gil Martins Ziel wird sein, sich im Europacup einen Namen zu schaffen und vielleicht im Weltcup reinzuschnuppern. Und das Ding durchzuziehen, auch in der letzten Kurve bis ins Ziel. 

Mehr über die Nachwuchshoffnung gibt's nach nur einem Klick: gilmartin.ch.

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Von Raquel17 erfasst am 04.06 2018 15:34

Wow! ;-)

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