Michelle Gisin

«Ja, ist denn heute schon Weihnachten?»

Es läuft ihr wie geschmiert. Dabei ist sie nicht korrupte Politikerin, sondern kernige Skifahrerin. In Amerika schmierte sie sich fette Butterbrote.

Die Erinnerungen bleiben. Im Februar kürte sich Michelle Gisin in Südkorea zur Olympiasiegerin, vier Jahre nach Schwester Dominique. Als die 700 Gramm schwere Goldmedaille an Michelles Hals baumelte, flossen die Freudentränen wie der Mississippi bei Hochwasser. 

Brillant 

Der Schnee in Pyeongchang ist geschmolzen, dafür liegt er in den USA ganz frisch. Beim Saisonauftakt in Übersee brillierte die 25-Jährige mit starken Darbietungen in den schnellen Disziplinen. Da sah sogar Lara Gut-Behrami wie eine Anfängerin aus. Michelle Gisins Ausbeute: Rang zwei und drei in den Abfahrten in Lake Louise. Dazu kam ein fünfter Platz im Slalom von Killington. 

Voller Geigen 

«Ja, ist denn heute schon Weihnachten?», fragen sich alle, auch Franz Beckenbauer. Nein, noch nicht, aber bald. Auch wenn für Michelle Gisin der Himmel voller Geigen hängt. Aus Amerika kehrt sie zurück als neue Nummer 1 des Schweizer Frauenteams. 

Mutter bleibt Mutter 

Die nächsten Ziele der Engelbergerin? Der erste Weltcupsieg soll her. Er ist überfällig. Und läuft es weiterhin so gut, könnte der Gesamtweltcup ein Thema werden. Doch zuoberst auf dem weihnachtlichen Wunschzettel steht die Gesundheit. Bei jedem Rennen brennt für Michelle und Bruder Marc in der elterlichen Stube eine Kerze. Angezündet von Mama Bea. Mutter bleibt Mutter ein Leben lang.