Brünig-Schwinget

«Mörder!» riefen sie ihm nach

Triumph und Tragödie liegen im Schwingen nahe beieinander. Auch auf dem Brünig, dem Pilgerort des Schweizer Nationalsports.

Seine Feuertaufe erlebte das Schwingfest 1893. Den Sieg teilten sich der Hasliberger Simon Fuhrer und Karl Dubach aus Diemtigen. Im gleichen Jahr erfand ein Tüftler in den Vereinigten Staaten den Reissverschluss. Den schenken sich die Schwinger bis heute. Die Zwilchhose wird gegurtet. Daran wird sich bis in alle Ewigkeit nichts ändern.

Benno Studer

Auf dem Brünig werden Helden geboren. Und tragische Geschichten geschrieben. 2007 gewann Benno Studer, ein junger Innerschweizer aus Schüpfheim. Sechs Jahre später fiel er einem feigen Mordanschlag zum Opfer. Ein Arbeitskollege lief mit einer Pistole Amok, Benno Studer stellte sich ihm in den Weg – und bezahlte für seinen Mut mit dem Leben.

Karl Meli

1960 siegte Karl Meli. Der Winterthurer bodigte seinen Schlussganggegner, den Oberhasler Beat Thöni, mit einem brachialen Plattwurf. Der Geschlagene blieb querschnittgelähmt liegen. Karl Meli kehrte nie mehr auf den Brünig zurück. Ihn traf keine Schuld, aber schuld war der Böse trotzdem. «Mörder!» riefen sie ihm nach, hinter seinem breiten Rücken. Klapperschlangen gibt's nicht nur am Mississippi, sondern auch hierzulande.

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