Weissenstein-Schwinget

Im brodelnden Hexenkessel

Vor einem Jahr tätschte es auf dem Weissenstein gewaltig. Für Freunde nördlich des Rheins: Es knallte. Tätschmeister waren die Berner. Allen voran Christian Stucki aus Lyss.

Für Schwingfans ist der Weissenstein keine Nebensächlichkeit. Sondern einer der Anlässe, die Anfang Jahr im Terminkalender rot angestrichen werden. 2017 stürmten 4600 Zuschauer auf den Weissenstein und verwandelten die Arena in einen brodelnden Hexenkessel.

Stucki gewinnt

Am Ende des Tages, man schrieb den 22. Juli 2017, zierten neun Berner die Ranglistenspitze. Gewonnen wurde der Schwinget von Christian Stucki, der im Schlussgang seinen Gegner Simon Anderegg mit einem Tätsch besiegte. Nicht mit einem Tätsch an die Backe, sondern ans Knie. Die Sache ging für Anderegg glimpflich aus, ohne Kreuzbandriss und Meniskusschaden.

Gefährliche Gäste

Der diesjährige Weissenstein-Schwinget, ausgetragen am 21. Juli, geht ohne Berner über die Bühne. Das ist den Nordwestschweizer Gastgebern ganz recht. Doch zu früh sollten sie sich nicht freuen. Angesagt haben sich Böse aus dem Osten des Landes. Allen voran die jungen Wilden Armon Orlik und Samuel Giger. Der Bündner Orlik gewann dieses Jahr bereits drei Kranzfestsiege. Auch der Thurgauer Giger war dreimal erfolgreich, er schwang am Thurgauer, Zürcher und St. Galler Kantonalen obenaus.

Steiniger Weg

Es wäre also keine Überraschung, würde das Siegerrind Caba in den Kanton mit dem spitzen Dialekt zügeln und inskünftig Thurgauer Spitzgras wiederkäuen. Doch auch für Sämi Giger gilt auf dem Weissenstein die Devise: Vor dem Triumph steht harte, schweisstreibende Arbeit. Das Anschwingen ist auf halb neun angesetzt. Die folgenden Stunden sind ein steiniger Weg Richtung Schlussgang. Anwärter müssen in fünf Gängen ihren Mann stehen. Eine Schwäche darf sich keiner erlauben. Sonst wird er wie ein unpaniertes Schnitzel ins Sägmehl geklatscht.

Ehrlich, direkt, gnadenlos

Das macht den Schwingsport aus. Er ist ehrlich, direkt, gnadenlos. Für schmutzige Spielchen hat es keinen Platz. Es gilt das Recht des Stärkeren.

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