ESAF Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest

Held Harry

Goldene Zeiten für Innerschweizer Modehäuser. Gleich drei Schwinger aus der Region bekleiden am Eidgenössischen Schwingfest die Favoritenrolle. Sie heissen Joel Wicki, Pirmin Reichmuth und Sven Schurtenberger.

Doch ohalätz! Unter den vielen Schwingerkönigen seit 1895 tummelt sich nur ein Innerschweizer. Es ist ein Witz, ein schlechter dazu. Der Nordostschweizer Daniel Bösch, auch er im erweiterten Kreis der Favoriten, erzählt jedenfalls einen besseren. 

Martin Grab 

In der Neuzeit des Schwingsports schafften es vier Innerschweizer in den Schlussgang des Eidgenössischen. 2010 in Frauenfeld traf der Rothenthurmer Martin Grab auf den jungen Berner Kilian Wenger. Vor 50 000 Zuschauern wogte der Kampf hin und her. Dann, nach knapp 13 Minuten, die Entscheidung: Der entfesselte Wenger bodigte Grab mit einem Hüfter. Die Arena stand kopf, Martin Grab schlich enttäuscht von dannen. 

Werner Vitali 

1998 in Bern zog Werner Vitali aus Mauensee den Kürzeren. Gegen Jörg Abderhalden war kein Kraut gewachsen. Heute lebt der verhinderte König als Schlossherr in Frankreich. 

Eugen Hasler 

Eugen Hasler aus Galgenen stand sogar zweimal in der Endausmarchung. 1989 in Stans verlor er als wolkenkratzerhoher Favorit gegen den 18-jährigen Berner Adrian Käser. Sechs Jahre später, Austragungsort war Chur, traf «Geni schränz» im Schlussgang auf den Appenzeller Thomas Sutter. Hasler verlor erneut, nach einem sehr umstrittenen Entscheid des Kampfrichters.

 

König Knüsel 

Bleibt noch Harry Knüsel aus Cham. Des geselligen Schnauzträgers Stunde schlug 1986 in Sitten. Im Schlussgang bekam er es mit dem Appenzeller Ernst Schläpfer zu tun, der seinen dritten Königstitel in Folge anstrebte. Knüsel schwang frisch drauflos und schaffte die Sensation. Held Harry war geboren. 

Beispielhaft 

Harry Knüsel münzte seine Popularität in wirtschaftlichen Erfolg um. Er schwang sich hoch zum erfolgreichen Baumeister und ist heute ein gemachter Mann. Da könnten sich viele Fussballer ein Beispiel nehmen. Eike Immel, Christian Vieri und Paul Gascoigne, um nur drei zu nennen, verloren nach dem Karriereende den Boden unter den Füssen und sind heute abgebrannt wie 1.-August-Raketen am Tag danach. 

Klitzekleiner Wunsch 

33 Jahre nach seinem Triumph ist Knüsel mit sich und der Welt im Reinen. Nur einen klitzekleinen Wunsch hat er: «Ich würde mich sehr freuen über einen zweiten Innerschweizer König.»