ESAF Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest

«Guet!»

Das Ausland tippt sich an die Stirn. Diese Schweizer! Allein die nackten Zahlen am Eidgenössischen Schwingfest sprengen jede Vernunft.

Da machen sogar Deutsche, Franzosen und Amerikaner, die gern mit der Suppenkelle anrichten, spiegeleiergrosse Augen. Das Festgelände am Eidgenössischen in Zug umfasst 70 Hektaren. 36 Millionen Franken beträgt das Budget des lokalen OK. Mir nichts, dir nichts stellen die wackeren Schweizer das grösste temporäre Stadion der Welt auf die Beine. 56 500 Zuschauer finden darin Platz. Insgesamt werden rund 300 000 Besucher erwartet. 

Zwei Millionen Klicks 

Der Wermutstropfen: Nur 4000 Tickets gelangten in den freien Verkauf. 180 000 Fans meldeten ihr Interesse an, die Website des Veranstalters brach zusammen unter der Last von zwei Millionen Klicks. Wer ein Billett ergatterte, darf sich glücklich schätzen. Auf ihn warten unvergessliche Tage.

23. bis 25. August 

Ausgetragen wird das Eidgenössische vom 23. bis 25. August. Am Freitag herrscht kribbelige Ruhe vor dem Sturm. Um die Mittagszeit wird das Festgelände eröffnet, am Abend spielt die Musik auf. Zapfenstreich ist um drei Uhr in der Früh. Fünf Stunden später gilt's ernst. Das erste «Guet!» der Kampfrichter ertönt. 

Rubel rollt 

Wer am späten Sonntagnachmittag Schwingerkönig wird, weiss nicht einmal Mike Shiva. Gut ein Dutzend Böse darf sich realistische Hoffnungen auf viel Ehr, Popularität und Siegermuni Kolin machen. Auch der Rubel wird rollen für den neuen Regenten. Agiert er minimal geschickt an der Werbefront, liegt eine halbe Million drin. Ist er ein cleverer Bursche, sogar das Doppelte. 

Namen 

Die meistgenannten Favoriten sind die Innerschweizer Joel Wicki, Sven Schurtenberger und Pirmin Reichmuth. Die Berner setzen ihre Hoffnungen auf Christian Stucki, Kilian Wenger, Remo Käser, Matthias Aeschbacher und Bernhard Kämpf. Die Nordostschweiz ist prominent vertreten mit Armon Orlik, Samuel Giger und Daniel Bösch. Auch Nick Alpiger aus der Nordwestschweiz ist der grosse Coup zuzutrauen. 

Mister X 

Dazu gesellt sich, wie immer in den letzten 124 Jahren, Mister X. Der Unbekümmerte, der frisch von der Leber weg das schwingerische Establishment über den Haufen wirft. Wie 1989 in Stans ein 18-Jähriger namens Käser.    

2016 

Vor drei Jahren in Estavayer-le-Lac triumphierte der Berner Oberländer Matthias Glarner. Im Schlussgang bezwang er Armon Orlik aus Maienfeld. Nach seinem unglücklichen Sturz 2017 von einer Gondel schwingt Glarner nicht mehr auf höchstem Niveau. Orlik dagegen ist stärker denn je. 

Steinstossen 

Parallel zum Schwingen findet am Eidgenössischen auch ein Wettkampf im Steinstossen statt. Nur die stärksten Männer bringen den 83,5 Kilo schweren Unspunnenstein ins Fliegen. Bei anderen siegt die Erdanziehung. 

Hopp Schwiiz! 

Die Schweiz besinnt sich ihrer Wurzeln. Drei Tage lang, in Zug am schönen See. Soll das Ausland denken, was es will. Angesagt sind Sägmehl und Zwilchhose, Ländlermusik, Fahnenschwinger, Kafi Luz und Cervelats vom Grill. Hopp Schwiiz!

Nur einen Brienzer, Gammen oder Wyberhaken entfernt: die Homepage des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2019.