Roger Rychen

Eines Tages, vielleicht schon morgen

Der 27-Jährige steht auf dem Bahnsteig des Schwingsports. Dort wartet Roger Rychen auf den entscheidenden Zug.

Der gelernte Landwirt aus Mollis ist ein Modellathlet. 1,90 Meter, sein Körper muskelbepackt. Tritt Roger Rychen in die Sonne, wirft er mächtige Schatten. Im Nordostschweizer Schwingerverband gehört er zu den Bösen. Am Eidgenössischen 2016 holte er den Kranz. Insgesamt hat er schon 49-mal Eichenlaub nach Hause getragen. Dazu kommen schöne Erfolge an regionalen Schwingfesten. 2015 etwa gewann er den Berchtold-Schwinget in Zürich.

 

Ehrenplätze 

Auch in dieser Saison brilliert der sympathische Glarner. Am Glarner-Bündner Schwingfest am 10. Juni wurde er Zweiter, sechs Tage darauf am Bündner-Glarner klassierte er sich erneut auf dem Ehrenplatz. So weit, so stark. Wenn nur das lange Warten nicht wäre. Das Warten auf den ersten Kranzfestsieg. 

Es wollte nicht sein 

Sechsmal stand Rychen bereits im Schlussgang eines Kranzfestes. Sechsmal wischte ihm der Gegner am Ende das Sägmehl von den Schultern. Mal fiel die Entscheidung früh, mal nach einem gnadenlosen Abnützungskampf wie 2017 im Schlussgang des Zürcher Kantonalen.

 

Der Tag wird kommen 

Es ist zum Haarölsaufen. Wann gelingt Roger Rychen endlich der entscheidende Zug, der Kurz, Gammen, Wyberhaken oder Brienzer zum grossen Sieg? Der Tag wird kommen, keine Frage. Eines Tages, vielleicht schon morgen, hält der Zug an am Bahnsteig des Schwingens, und Roger Rychen steigt ein in den Zug, auf den alle warten.