Joel Wicki

Die Leuchtreklame des ISV

Der 21-jährige Sörenberger zerlegt für sein Leben gern. Baumaschinen als Mechaniker und im Sägmehl Gegner.

2017 am Unspunnen-Fest liess Joel Wicki die Muskeln spielen. Das Einteilungskomitee setzte ihm fünf Eidgenossen vor, vier bodigte Wicki, ohne mit der Wimper zu zucken. Gegen Kilian Wenger gab's einen Gestellten, obschon der Schwingerkönig auch auf dem Rücken lag. Der Unspunnen-Sieger könnte Joel Wicki heissen, hätte der Kampfrichter nicht Tomaten auf den Augen gehabt. Der Benachteiligte ganz abgeklärt: «Mit solchen Dingen darfst du dich nicht beschäftigen. Das bringt nichts.» 

Dreiviertel Portion

So ist er, der Wicki Joel, die Leuchtreklame des Innerschweizer Verbandes. Als Schwinger ist er kein Kleiderschrank, sondern nur eine Kommode. Diesen Nachteil macht er wett mit seiner Wendigkeit und einer ausgefeilten Technik. Dazu kommt, dass Wicki das Herz nicht in die Hose rutscht, wenn einer der starken Männer vor ihm steht und mächtige Schatten wirft. 

Benno Studer selig

Apropos Herz: Das hat er am rechten Fleck. Joel Wicki ist ein feiner Kerl mit Charakter. Sein Vorbild ist nicht etwa Harry Knüsel oder Geni Hasler, sondern Benno Studer, der 2013 im Alter von 26 Jahren starb. Studer fiel am Arbeitsplatz einem Amokläufer zum Opfer. Dass Joel Wicki auf diese Weise seinem Kameraden die Ehre erweist, ist eine schöne Geste. 

Erfolgreiche Saison

2018 gewann der Sörenberger vier Kranzfeste. Er triumphierte auf der Rigi, am Innerschweizer Schwingfest sowie am Luzerner und am Urner Kantonalen. Lang Federlesen machte Joel Wicki dabei nicht. 

Zug

Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des Eidgenössischen in Zug. Wicki haben alle auf der Rechnung. Der Sieg führt über den Luzerner, das wissen auch Stucki, Orlik und Giger. Und alle anderen, die in Zug Geschichte schreiben möchten.

Von Guido Amrein erfasst am 01.02 2019 06:26

Wicki

Seine Angriffslust ist einfach grossartig. Solche Schwinger will man sehen, die bringen Leben in die Bude.

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