Marcel Mathis

Die Kuh gemolken

Er ist wie ein Tombola-Lösli. Man weiss nie, was in ihm steckt. Ist es eine Niete oder der Hauptgewinn? Er: Marcel Mathis, Stimmungsschwinger. Aufgestanden mit dem rechten Bein, ist er nicht zu stoppen.

So geschehen am 6. Mai, am diesjährigen Schwyzer Kantonalen. Der 29-Jährige aus Büren (Nidwalden) rief eine bombastische Tagesform ab und qualifizierte sich mit vier Siegen und einem Gestellten für den Schlussgang. Dort traf er auf Mike Müllestein. 

Drei Sekunden vor Schluss 

Der Schlussgang wogte hin und her, Mathis und Müllestein schenkten sich nichts. Drei Sekunden vor Ablauf der Zeit gelang es Marcel Mathis, seinen Gegner mit einem fulminanten Fussstich zu bodigen. Was für ein dramatisches Ende des diesjährigen Schwyzer Kantonalen, das 4500 Zuschauer von den Bänken riss. 

Muni Kurt   

Marcel Mathis konnte sein Glück kaum fassen und rang nach dem Festsieg um Worte. Der Koloss an seiner Seite war auch nicht sehr gesprächig. Muni Kurt nämlich, der Siegerpreis auf dem Sattel. Bei Mathis, dem Landwirt, war er in besten Händen. 

Dritter Kranzfestsieg 

Am nächsten Morgen im Stall konstatierte Marcel Mathis zufrieden: Die Kuh ist gemolken, der dritte Kranzfestsieg seiner Karriere eingesackt. 2012 gewann er das Ob- und Nidwaldner Kantonale, vor einem Jahr das prestigeträchtige Innerschweizer Schwingfest. Schade nur, dass der Schlussgang auf der Schwägalp 2016 verloren ging. Das wurmt ihn bis heute ein bisschen. 

Niederlagen und Siege 

Doch was soll's. Ohne Niederlagen gäbe es auch keine Siege. Nieten gehören dazu: in der Tombola, im Schwingen und im Leben auch.

Von Nufer, Schwyz erfasst am 11.05 2018 21:05

Ob der Müllestein wirklich auf den Schultern lag? Ich glaube nicht. Mathis Marcel soll das nicht kümmern. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Einem Muni auch nicht.

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