Berner Kantonalschwingfest

0:0 für Aeschbacher

Nach dem Regen schwitzte die Sonne und schwang ein Emmentaler obenaus. Maurer Matthias Aeschbacher aus Rüegsauschachen gewinnt sein achtes Kranzfest.

«Das ist der grösste Erfolg in meiner Karriere», sagte der 27-Jährige nach seinem Triumph. Das Gleiche hatte Aeschbacher schon am 23. Juni gesagt, nach seinem Sieg am Schwarzsee-Schwinget. Welche Schlagzeile diktiert «Disu» den Journalisten am Eidgenössischen in die Notizblöcke? 

Fünf Siege in Folge 

In Münsingen präsentierte sich Matthias Aeschbacher in bestechender Form. Die ersten fünf Gänge gegen Matthey, Graber, Kämpf, Anderegg und Gobeli gewann er und schenkte dabei nur ein Viertelpünktchen her. So reichte ihm im Schlussgang ein 0:0, um den Festsieg nach Hause zu tragen. 

Glarner sensationell 

Im letzten Gang des Tages traf er auf Schwingerkönig Matthias Glarner. Der Auftritt des Berner Oberländers verdiente das Prädikat sensationell. Kaum einer hätte dem «gefallenen König» diese Leistung zugetraut. Als Zweiter tankte Glarner viel Selbstvertrauen. Der König ist zurück aus der verletzungsbedingten Verbannung. 

Stucki 

Auch Christian Stucki zog am Abend des 11. August ein positives Fazit. Er klassierte sich mit vier Siegen, einem Gestellten und einer Niederlage auf Rang 6c. Wichtiger als der Kranz war für den Lysser die Erkenntnis, dass das Knie hält. Nun fährt er zuversichtlich ans wichtigste Schwingfest seiner Karriere. 

Käser 

Enttäuschend das Abschneiden Remo Käsers. Im Fall der Werbeikone des Schwingsports hilft mit Blick auf Zug nur noch beten. Oder belehrt der Königssohn alle eines Besseren? 

Die Schlussrangliste des Berner Kantonalen. Die Ersten rahmen sie ein, die Letzten stopfen mit ihr die nassen Schuhe aus. 

Volle Hütte 

Für das Münsinger OK war das Fest ein rauschender Erfolg. Fast 12 000 Zuschauer sorgten bei Kaiserwetter für eine bombastische Stimmung. Der riesige Aufwand hat sich ausbezahlt.

Schade, fade 

Sucht man das Haar in der Suppe, findet man es im Schlussgang. Er verlief fade wie das WM-Spiel 1982 zwischen Deutschland und Österreich. Nur abgekartet war der Schlussgang nicht. Wer das behauptet, kennt die Schwinger schlecht.