Silvesterschwimmen Moossee

Verrückte vor

Abergläubische hüten sich, an Silvester baden zu gehen. Wer will schon kurz vor Neujahr den Boden unter den Füssen verlieren? Es sind nur Verrückte, die das tun.

Die Verrückten – es sind kaum mehr als zwei Dutzend jedes Jahr – treffen sich am Moossee, im Strandbad Moosseedorf. Sie reisen an mit leichtem Gepäck. Am wichtigsten ist die Badehose, dazu gesellen sich gute Laune und Galgenhumor. Den braucht man spätestens dann, wenn man die Zehen ins nur wenige Grad warme Wasser hält. «Brrrr!» Schweinekalt ist es. Eigentlich nicht zum Aushalten.

Prustend in die Fluten

Doch die Mädchen und Buben jeden Alters lassen sich nichts anmerken und werfen sich prustend in die Fluten. Als würden sie in der Karibik planschen. Doch Palmen sind weit und breit keine zu sehen, nur Bäume und Sträucher, mit Raureif überzogen.

Schnapsidee

Wer das Silvesterschwimmen Moossee für eine Schnapsidee hält, trifft genau ins Schwarze. Sie wurde geboren in einem angeschriebenen Haus. Der Rest ist Geschichte – und längst zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Denen, die sich noch immer an die Stirn tippen, sei das Wort des irischen Dramatikers George Bernard Shaw ans Herz gelegt: «Was wir brauchen, sind ein paar Verrückte; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben.»

Nichtschwimmer

Shaw hatte gut reden. Er war Nichtschwimmer und scheute das Wasser wie ein räudiger Kater. Ein frohes neues und VERRÜCKTES Jahr uns allen.