Nina Christen

Kalt wie eine Hundeschnauze

Sie ist kein Flintenweib, sondern eine aufgestellte junge Frau. Die rassige rothaarige Nina Christen ballert sich in Indien zum ersten Weltcup-Sieg.

Ende Februar in New Delhi stand ein Dreistellungsmatch über 50 Meter auf dem Programm. Kniend, liegend, stehend 120 Schüsse. Jede Patrone muss sitzen – wer sich einen Aussetzer leistet, hat schon verloren. Am Schluss lag Nina Christen mit 457,1 Punkten knapp vor der Chinesin Shi Memgyao. Die Inder bekamen davon nichts mit. Sie standen im Stau.

 

Ziel Tokio 

«Dieser Sieg ist ein Quantensprung und mein bisheriger Karrierehöhepunkt. Ich habe nun die Gewissheit, dass ich nicht nur mit der Spitze mithalten, sondern einen solchen Wettkampf auch gewinnen kann», sagte die 25-Jährige nach ihrem Triumph und schielte dabei nach Tokio. 2020 finden im Sushi-Land die Olympischen Spiele statt. Christens Ziel: eine Medaille. 

Diplom in Rio 

Bereits 2016 in Rio sorgte sie für Aufsehen. Rotzfrech und kalt wie eine Hundeschnauze heizte sie den Favoritinnen ein. Sechste wurde sie schliesslich und errang ein olympisches Diplom. Am Flughafen Zürich bereitete ihr eine kleine, aber feine Delegation einen herzlichen Empfang. 

Wolfenschiesserin 

Geht Christens Plan auf, steht in anderthalb Jahren halb Nidwalden und ganz Wolfenschiessen am Flughafen Spalier. Nur die Wölfe bleiben im Wald. Wie sollen sie auch wissen, dass Nina Christen zwar eine Fliege auf 50 Meter trifft, dies aber niemals tut?