Stefan Reichmuth

Held in der Sardinenbüchse

Willisauer Ringli sind steinhart. Und Willisauer Ringer auch. Das wissen sie nun auch in Kasachstan. Stefan Reichmuth gewinnt WM-Bronze im Freistil und qualifiziert sich für Olympia 2020.

Ringen ist die beliebteste Sportart der Schweiz. Wir alle ringen. Mit Entscheidungen, Tag für Tag. Noch ein Bier? Oder nicht? Oder doch? Immer dieses Ringen! Wettkampfmässig gerungen wird in Willisau. RC Willisau Lions heisst Stefan Reichmuths Verein. 

3:0 

Nomen est omen. In Kasachstan kämpfte der 25-Jährige wie ein Raubtier. Er wollte die Medaille auf internationaler Matte unbedingt, 35 Jahre nach Hugo Dietsches Olympia-Bronze. Gegen den Kolumbianer Carlos Mendez ging der Luzerner konzentriert ans Werk und liess seinem Gegner keinen Stich. 3:0 lautete das Ergebnis, Reichmuth jubelte über WM-Bronze. 

Antike Anfänge 

Ringen ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Bereits in der Antike wurde gerungen. Die Athleten rangen, wie Gott sie schuf. Splitternackt. Heute stecken die Ringer (und Ringerinnen) in hautengen Einteilern. Wer gerne sieht, was ist, kommt nach wie vor auf seine Kosten. 

Zwei Stilarten 

Griechisch-römisch bezeichnet keine sexuelle Vorliebe, sondern ist eine der beiden Stilarten im Ringen. Im griechisch-römischen Stil gilt der Oberkörper als Angriffsfläche. Im Freistil dagegen gibt es keine Beschränkungen. Der ganze Körper, von Kopf bis Fuss, darf attackiert werden. 

Gebührender Empfang 

In Willisau wurde der WM-Held gebührend empfangen. 200 Gäste verwandelten die Krone 94 am 23. September in eine Sardinenbüchse. «Stifi» genoss den grossen Auftritt und liess sich feiern.