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Das Wort zum Tag

«Jeder hat einen Plan, bis er eins auf die Fresse bekommt.» Mike Tyson, Boxer

Tour de Suisse

«Dä Godi, dä Sauhund!»

Sie gehört zur Schweiz wie Schoggi, Röschti und Grüezi. Jedes Jahr erweisen ihr Hunderttausende am Strassenrand die Ehre.

Wie viele werden es 2021 sein? Das Spalierstehen unter freiem Himmel sollte kein Problem darstellen, sagt der gesunde Menschenverstand.

Premiere 1933

Die erste Tour de Suisse fand 1933 statt und führte über fünf Etappen. Gewonnen wurde sie von einem Österreicher. Es dauerte vier Jahre, bis ein Schweizer siegte. Der Glückliche hiess Karl Litschi. 1939 doppelte Robert Zimmermann nach.

Kübler und Koblet

1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, fuhr Ferdy Kübler ins Rampenlicht. Mit 23 Jahren feierte er seinen ersten Triumph an der Tour de Suisse. Es sollten im Lauf seiner Karriere zwei weitere folgen. Sein Landsmann und Rivale Hugo Koblet schaffte ebenfalls drei Siege. In den fünfziger Jahren sorgten die beiden für eine Radsporteuphorie. Man war entweder Kübler- oder Koblet-Fan. Ein Sowohl-als-auch gab's nicht. Die holde Weiblichkeit drückte dem smarten Hugo Koblet, der nie ohne Haarkamm aufs Velo stieg, die Daumen. Die Männer sympathisierten eher mit Ferdy Kübler. Der Zürcher stammte aus einfachen Verhältnissen, ihm wurde nichts geschenkt im Leben.

Abgetreten

Hugo Koblet starb 1964 im Alter von 39 Jahren bei einem Verkehrsunfall. Die Indizien deuteten auf Freitod hin. Zuvor war er temporär nach Venezuela ausgewandert. Ferdy Kübler radelte 2016 über den Jordan. Im biblischen Alter von 97 Jahren.

Breu und Schmutz

1981, bei der 45. Tour de Suisse, sorgten zwei andere Schweizer für kinoreife Unterhaltung. Godi Schmutz und Beat Breu hiessen die Darsteller. Im gleichen Team fahrend, missgönnten sie sich sogar die Hämorrhoiden am Hintern. Als Schmutz den damaligen Leader Breu angriff, kam es zum Eklat. Völlig die Fassung verlierend, sprach Beat Breu lispelnd jene Sätze, die heute Kultstatus geniessen: «Dä Godi, dä Sauhund! Dä Gottfried isch für mi gschtorbe.»

Getrennte Wege

Allen guten Todeswünschen zum Trotz weilt Schmutz bis heute unter den Lebenden. Der 66-Jährige war lange im Versicherungsbusiness tätig. Kontrahent Breu versuchte sich nach seiner Radkarriere als Komiker. Danach war er Betreiber eines Puffs in der Ostschweiz.

Der letzte Vorhang

Im Jahr 2019 erfand Beat Breu sich neu. Er wurde Zirkusdirektor.

Breu scheiterte grandios nach wenigen Wochen. Dann wurde es still um ihn. Für jeden Clown fällt irgendwann der letzte Vorhang.

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