Stefan Küng

Küng im Land der Queen

Yorkshire am 29. September stand unter Wasser. Und Stefan Küng unter Strom. Der 25-jährige Thurgauer aus Wilen bei Wil fährt sensationell aufs WM-Podest.

Land unter auf der Insel. England versinkt im Brexit-Chaos, und beim WM-Strassenrennen staute sich das Wasser stellenweise knöcheltief. Nur 46 Fahrer kämpften sich ins Ziel. Darunter Stefan Küng. Der Regenspezialist zeigte ein fantastisches Rennen. Rund 60 Kilometer vor dem Ziel griff er beherzt an und sprengte das Feld. 

Im letzten Anstieg 

Hinten machten die Nationalteams aus Belgien und Frankreich Dampf, doch die Spitzengruppe erwies sich als tempofest. Im letzten Anstieg war es erneut Stefan Küng, der auf die Tube drückte. Seiner Tempoverschärfung fiel der Italiener Moscon zum Opfer, der abreissen lassen musste. Im Zielsprint war der ausgepowerte Küng chancenlos. Hinter dem neuen Weltmeister Pedersen aus Dänemark und dem Italiener Trentin fuhr er als Dritter über die Ziellinie. 

Jubel in Belgien 

Bronze für Küng im Land der Queen! Es ist die erste Schweizer WM-Medaille im Strassenrennen seit 20 Jahren. Der Thurgauer happy: «An Tagen wie heute sieht man, ich gehöre da hin, ich bin einer der Besten der Welt.» Auch im ostflämischen Dorf Moerzeke brach Jubel aus. Dort sitzt Küngs belgischer Fanclub. Nur in Wilen bei Wil blieb es still. Hupkonzerte gibt's nur an türkischen Hochzeiten.