Nino Schurter

Kannibale unter Löwen

Er wurde nicht von Löwen gefressen. Für die Raubkatzen hatte er wohl zu wenig Fleisch am Knochen. Nino Schurter gewinnt mit Partner Lars Forster das prestigeträchtige Bike-Etappenrennen Cape Epic.

2017, an seiner Seite Matthias Stirnemann, hatte Schurter erstmals in Südafrika triumphiert. Nun folgte der zweite Streich des Olympiasiegers und siebenfachen Weltmeisters. Im Ziel nach 630 Kilometern und 16 000 Höhenmetern betrug der Vorsprung des Duos satte acht Minuten. Doch eine Spazierfahrt war der Trip durch die Steppe nicht. Ein Defekt an Forsters Hinterrad hatte die beiden am vierten Tag weit zurückgeworfen.

 

Eddy Merckx des Bikesports 

Im Ziel jubelten Nino Schurter und Lars Forster ausgelassen. In Forsters Freude mischte sich Erleichterung. Der Kannibale hatte ihn unterwegs verschont. Nino Schurter wandelt auf den Spuren des Belgiers Eddy Merckx, seines Siegeshungers wegen «Kannibale» gerufen. Auch Nino Schurter gönnt seinen Gegnern nicht einmal das Schwarze unter den Fingernägeln. 

Von Sieg zu Sieg fliegt er auf zwei Rädern. Er, der kein Holländer, sondern Bündner ist.