Tour de Suisse

«Dä Gody Schmutz, dä Sauhund!»

Am 9. Juni fällt der Startschuss zur 82. Tour de Suisse. Wie es sich für eine alte Dame gehört, hat sie viel zu erzählen. Von strahlenden Siegern und tränenreichen Verlierern, von Umstürzen im Klassement und Stürzen ins Bachbett.

Die erste Tour de Suisse fand 1933 statt und führte über fünf Etappen. Gewonnen wurde sie von einem Österreicher. Der hiess nicht Adolf Hitler, sondern Max Bulla. Es dauerte vier Jahre, bis erstmals ein Schweizer siegte. Der Glückliche war Karl Litschi, zwei Jahre später doppelte Robert Zimmermann nach. 

Kübler und Koblet

1942, mitten im Zweiten Weltkrieg, fuhr Ferdy Kübler ins Rampenlicht. Mit 23 Jahren feierte er seinen ersten Triumph an der Tour de Suisse. Es sollten im Lauf seiner Karriere zwei weitere folgen. Sein Landsmann und grosser Rivale Hugo Koblet schaffte ebenfalls drei Siege. In den fünfziger Jahren sorgten die beiden «K» in der Schweiz für eine Radsporteuphorie. Man war entweder Kübler- oder Koblet-Fan. Ein «sowohl als auch» war ausgeschlossen. Die holde Weiblichkeit drückte dem smarten Hugo Koblet, der niemals ohne Haarkamm aufs Velo stieg, die Daumen. Die Männer sympathisierten eher mit Ferdy Kübler. Der Zürcher stammte aus einfachsten Verhältnissen, ihm wurde nichts geschenkt im Leben. 

Abgetreten

Hugo Koblet starb 1964 im Alter von nur 39 Jahren bei einem Verkehrsunfall. Die Indizien deuteten auf einen Freitod hin. Ferdy Kübler radelte 2016 über den Jordan. Im biblischen Alter von 97 Jahren.

 

Breu und Schmutz

1981, anlässlich der 45. Tour de Suisse, sorgten zwei andere Schweizer für Unterhaltung. Gody Schmutz und Beat Breu hiessen die Darsteller. Im gleichen Team fahrend, waren sie erbitterte Gegner und missgönnten einander sogar die Hämorrhoiden am Hintern. Als Schmutz den damaligen Leader Breu angriff, kam es zum Eklat. Völlig die Fassung verlierend, sprach Beat Breu lispelnd jene Sätze, die bis heute Kultstatus geniessen: «Dä Gody Schmutz, dä Sauhund! Dä Gottfried isch für mi gschtorbe.» 

Getrennte Wege

Allen guten Todeswünschen zum Trotz weilt Schmutz bis heute unter den Lebenden. Der 63-Jährige ist im Versicherungswesen tätig. Beat Breu versuchte sich nach seiner Radkarriere als Komiker. Dabei hatte er die Lacher auf seiner Seite. Das Publikum lachte – ihn aus. Der kleine St. Galler machte sich zur Witzfigur. Danach inszenierte er sich als Bordellbetreiber. Erfolglos wie ein alter Knacker ohne blaue Pillen. 

Simon Spilak

Sieger der letztjährigen Tour de Suisse war der Slowene Simon Spilak. Der 31-Jährige eroberte das Leadertrikot in der siebten Etappe und brachte den «Sagg» (Beat Breu) sicher nach Hause. Nicht nach Ljubljana, sondern nach Schaffhausen, wo die Rundfahrt endete.

  

Auftakt im Thurgau

Die diesjährige Tour de Suisse startet in Frauenfeld. Dort findet am 9. Juni ein Mannschaftszeitfahren statt. Tags darauf wird den Helden der Landstrasse ein Rundkurs über 155 Kilometer vorgesetzt. Danach startet die wilde Hatz durch die Schweiz.

11. Juni

Die dritte Etappe führt über 182 Kilometer von Oberstammheim nach Gansingen. Ein gefundenes Fressen für Roller und Sprinter.

12. Juni 

Die Tour verlässt das Mittelland. Von Gansingen geht's nach Gstaad im Saanenland. Die Etappe ist mittelschwer, die perfekte Einstimmung auf die schweren Tage, die da kommen.

13. Juni 

Nun trennt sich die Spreu vom Weizen. In der fünften Etappe sind drei schwierige Anstiege zu bewältigen. Das Ziel liegt im Wallis, im Kurort Leukerbad. Die 155 Kilometer fahren in die Beine.

14. Juni 

Flachländer werden schlecht geschlafen haben. Auf dem Programm steht die Königsetappe. Von Fiesch geht's über Furka und Klausen nach Gommiswald. Die Daten der Etappe sind respekteinflössend: 186 Kilometer, 3328 Höhenmeter.

15. Juni 

Nur keine Müdigkeit vorschützen, meine Herren! In der siebten Etappe dürfte die Tourentscheidung fallen. Von Eschenbach jagt das Feld durchs Appenzellerland und das St. Galler Rheintal nach Chur. Dort folgt der mörderische Aufstieg nach Arosa. Nun heisst es auf die Zähne beissen, sonst geht der Toursieg flöten.

16. Juni 

Das Gröbste ist überstanden. In Bellinzona absolvieren die verbliebenen Fahrer einen Rundkurs über 123 Kilometer.

17. Juni 

Der Schlusstag. Ein Einzelzeitfahren, 34 Kilometer lang, beantwortet die letzten offenen Fragen im Gesamtklassement. Dann strahlt der beste Fahrer der neuntägigen Tortur, die sich Tour de Suisse nennt, im gelben Trikot um die Wette. 

Zusätzliche Infos finden Kübler und Koblet (im Himmel), Beat Breu (im Vorruhestand) und Gody Schmutz (eine Police aus der Aktentasche nestelnd) unter tourdesuisse.ch.

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