Bergrennen Gurnigel

Tod noch Teufel

Am 7. und 8. September heulen sie am Gurnigel zum 50. Mal um die Wette. Nicht die Wölfe oder betrogene Ehefrauen, sondern die Motoren. Spielt das Wetter mit, erwartet das OK einen Zuschauer-Tsunami.

Edmond von Ernst entschied 1910 die erste Bergprüfung am Gurnigel für sich. Die Strecke führte von Dürrbach bis zum Hotel Gurnigelbad, der adlige Berner siegte in siebeneinhalb Minuten. 1920 erlebte das Rennen eine Neuauflage, drei Jahre später verfehlte der Sieger die Vierminutengrenze nur knapp. 1931 fand das Bergrennen Gurnigel zum vorläufig letzten Mal statt. In den folgenden Jahrzehnten geriet es mehr und mehr in Vergessenheit. 

Auferstehung

Im Jahr 1968 stieg das Bergrennen wie Phönix aus der Asche. Seine Auferstehung verdankte es dem Umstand, dass die Strasse Dürrbach-Gurnigelbad endlich den langersehnten Teerbelag erhielt. Auf einer Naturstrasse zu fahren, war nämlich längst aus der Mode gekommen. 

Mit 130 Sachen bergwärts

Die Fliehkraft ausser Gefecht setzend, blochen seither die besten Piloten mit 130 Sachen über die 3753 Meter lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 314 Metern und eine maximale Steigung von 12,6 Prozent aufweist. 

Zu früher Stunde

Das diesjährige Spektakel am Gurnigel beginnt am Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe. Ab 6 Uhr findet die offizielle Wagenabnahme statt, eine Stunde später starten die Piloten zu ihren Trainingsläufen. Im Anschluss folgen die ersten Rennläufe. Der erste Tag am Gurnigel wird am frühen Abend gekrönt von den Siegerehrungen. 

Am Sonntag gilt's ernst

Nach einem fakultativen morgendlichen Training brettern ab Mitte Vormittag die Topcracks, weder Tod noch Teufel fürchtend, hinauf nach Gurnigelbad. Den ganzen Tag über wird den Besuchern Motorsport vom Feinsten geboten. Dramatik, Spannung, Nervenkitzel – am Gurnigel ist schon das eine oder andere Blutdruckmessgerät in die Luft geflogen wie eine Autobombe auf dem Gemüsemarkt in Kabul. 

Moderate Preise

Das Spektakel am Gurnigel ist auch für Fans ohne XXL-Portemonnaie erschwinglich. Erwachsene zahlen am Samstag 20, am Sonntag 23 Franken. Da muss also niemand heulen. Das übernehmen am Gurnigel die Motoren ganz allein. 

Weitere Infos zum Motorsportwochenende unter gurnigelrennen.ch.