Sauber F1

Rookie, Räikkönen, Rentner

Driver Kimi Räikkönen verliert nicht viele Worte. Er wiegt sie ab wie ein Dealer Drogen. Umso bemerkenswerter die Aussage über seinen neuen alten Rennstall Sauber: «Ich glaube, dass wir den einen oder anderen überraschen werden.»

Dass der 39-jährige Weltmeister den Weg zurück zu Sauber gefunden hat, ist eine Sensation. Kimi Räikkönen in Hinwil ist wie Tenor Plácido Domingo auf der Bühne des Jodelchörlis Abendruh. Kritiker monieren, dass der Finne bei Alfa Romeo Sauber F1 einen Rentnervertrag unterschrieben habe. Wer das sagt, kennt Räikkönen schlecht. Nach seiner Ausbootung bei Ferrari brennt er darauf, es allen noch einmal zu zeigen. Auch wenn er nichts sagt und auf sein Maul sitzt.

Weltmeister 2007 

Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird Räikkönen seine Karriere in der Formel 1 bei Sauber beenden. Für ihn schliesst sich der Kreis. Peter Sauber bot ihm 2001 die Chance, in der Formel 1 Fuss zu fassen. Das Milchgesicht liess sich nicht zweimal bitten und zauberte eine Weltkarriere auf den Asphalt. Die Krönung: der Weltmeistertitel 2007 im roten Ferrari.

Zweiter Sauber-Sieg? 

21 GP-Siege errang Kimi Räikkönen in seiner bisherigen Karriere. Sauber F1 steht bei einem Sieg, herausgefahren 2008 in Montreal durch Robert Kubica. Wenn es einer schafft, diese Ausbeute auf einen Schlag zu verdoppeln, dann Räikkönen, der Rentner in Pole Position, der eben erst ein Rookie war. Die Zeit, sie rast vorbei wie Kimi auf der Zielgeraden mit 300 Sachen. Die Zeit macht sich vielleicht in die Hose. Räikkönen nicht. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, in einem Haus ohne Toilette.

Die Bombe platzt

Alles paletti also in Hinwil? Nur bis zum 1. Februar, dann platzte die Bombe in Form einer Pressemitteilung. Der Name Sauber ist Geschichte, neu nennt sich das Team Alfa Romeo Racing. Porca Miseria! Das Trostpflaster: Der Standort Hinwil bleibt erhalten, die Angestellten können aufatmen.