Teffli-Rally

Der Fuchsschwanz flattert wieder

Die Töffli-Buebe sind über den Berg. Sie stehen nicht mehr auf der Liste bedrohter Arten. Das ist eine gute Nachricht. Eine Zeit lang musste man sich ernsthaft Sorgen um sie machen.

«Ich bin ein Berliner», sagte US-Präsident John F. Kennedy 1963, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. «Ich bin ein Töffli-Bueb», sagten die Knaben, auf dem Höhepunkt der Pubertät. Und fuhren mit dem Schwarm auf dem Gepäckträger in die Badi, mit dem Zelt ins Tessin und mit 50 Sachen in die Polizeikontrolle. 

Harte Zeiten

Irgendwann begann der Töffli-Bueb uncool zu werden. Man sah in ihm den kleinen Bruder des doofen Manta-Fahrers. Flatterte an der Lenkstange ein Fuchsschwanz, machte das die Sache noch viel schlimmer. Der Töffli-Bueb war ganz unten angekommen. Man belächelte ihn. 

Töffli schafft Turnaround

Vor ein paar Jahren drehte der Wind. Man kennt das aus der Modewelt. Eines Tages – darauf darf man seinen Schraubenschlüssel wetten – werden auch die schmale rote Lederkrawatte und die Schulterpolster ihr Comeback feiern. Vor einigen Jahren also schaffte das Töffli den Turnaround. Seither darf wieder geschraubt und gebohrt werden. Und gebrettert. Auf den Strassen, die Töffli-Bueben die Welt bedeuten. 

Aus Töffli wird Teffli

Das ist auch in Nidwalden nicht anders. Oder doch ein bisschen: Dort heisst das Töffli Teffli. Und die Rallye Teffli-Rally. Austragungsort ist Ennetmoos. Die Veranstaltung steigt am 16./17. August zum elften Mal.   

Wundersame Entwicklung 

Die Teffli-Rally auf die Beine zu stellen, war keine Schnaps-, sondern eine Bieridee. Sie wurde vor 19 Jahren von nicht mehr ganz jungen Teffli-Bueben gebraut. Was als Klamauk und Schabernack begann, nahm rasch Tempo auf. Heute reiben sich die Gründerväter die Augen, wenn sie an die wundersame Entwicklung der Teffli-Rally denken. 

Riesiges Zuschauerinteresse

Vor zwei Jahren fluteten 26 000 Zuschauer die Rennstrecke und das Partygelände. Rund 160 Teffli-Buebe sattelten ihre Höllenhunde und sorgten für Spannung, Action und Unterhaltung. An der Teffli-Rally geht es nicht bierernst zu und her. Der Spass steht an erster Stelle. Die Fahrer lassen ihrer Kreativität freien Lauf, verwandeln ihre Tefflis in abenteuerliche Boliden und schlüpfen in die verrücktesten Kostüme. 

Mehr Bier

Was lernt die Welt aus dieser Geschichte, die am südlichen Zipfel des Vierwaldstättersees spielt? Sie, die Welt, sollte mehr Bier trinken. In Ennetmoos gehen sie mit gutem Beispiel voran. Der Gerstensaft wird Mitte August in Strömen fliessen, denn die Vorzeichen deuten auf einen neuen Zuschauerrekord hin. 

Holländer am Werk

Die Startplätze an der Rally waren im Nu vergriffen, sie gingen weg wie Urlaubsscheine in der Rekrutenschule. Ein Blick auf die Startliste verrät, dass die Nidwaldner gern unter sich bleiben. Doch halt: Auch ein Holländer hat sich angesagt. Johan Thiele heisst der jongeheer. 

Weitere Infos zum verrückten Wochenende in Ennetmoos gibt's unter teffli-rally.ch.

Ähnliche Artikel