Leimentaler Lauf

Prost und Rülps

«Fisch schwimmt, Vogel fliegt, Mensch läuft», pflegte der tschechische Wunderläufer Emil Zátopek zu sagen. Dass der Mensch läuft und nicht kriecht, spielt den Veranstaltern des Leimentaler Laufs in die Karten.

Der Leimentaler Lauf führt über Asphalt- und Naturstrassen und misst 15 Kilometer. Er steigt am 15. Februar zum 41. Mal. Dazu gibt's einen Fun-Run, 8 Kilometer lang. 

Premiere 1980 

Organisiert wird der Lauf vom TV Oberwil. Seine Feuertaufe erlebte er 1980. Damals war Zátopek schon im Ruhestand. 1922 geboren, hatte er seine Glanzzeit in den vierziger und fünfziger Jahren, als er bei Olympischen Spielen viermal Gold abstaubte. 

Ferrari und Lokomotive 

Edelmetall gibt's auch am Leimentaler Lauf zu gewinnen. Alle Teilnehmer erhalten eine Medaille. Ganz gleich, ob sie wie ein Ferrari ins Ziel preschen oder über die letzten Meter rumpeln wie eine überhitzte Dampflokomotive. 

Perfekte Organisation 

Der Startschuss zum diesjährigen Leimentaler Lauf fällt um 14 Uhr, die Rangverkündigung findet zwei Stunden später in der Sporthalle Hüslimatt statt. Dort ziehen sich die Lauflustigen um und duschen. Die Organisatoren überlassen nichts dem Zufall. Auch ein Grill glüht auf Hochtouren, und unterwegs wird den durstigen Kehlen spritziges Rivella serviert. 

Hartes Training 

Wer am Leimentaler Lauf nicht nur mitmachen, sondern die Konkurrenten wie Hydranten stehen lassen möchte, braucht eine perfekte Vorbereitung. Die besteht aus hartem Training. Das wusste schon Emil Zátopek: «Mach's dir im Training schwer, dann wird's im Wettkampf leichter.» 

Zwiebeln und Knoblauch 

Für Trainingsfaule: Ja, es gibt ein Geheimrezept, um die Gegnerschaft auch nicht ganz austrainiert in die Schranken zu weisen. Es stammt – natürlich! – aus Zátopeks Küche. Man esse vor dem Wettkampf Zwiebeln und Knoblauch, trinke literweise das Wasser von Gewürzgurken und dazu Magenbitter. Na dann: Prost und Rülps. 

Weitere Infos zum Leimentaler Lauf unter tvoberwil.ch/leimentalerlauf.

Von Pavel1968 erfasst am 15.01 2020 18:28

Emil National

Zátopek war ein mutiger Mann. Er lehnte sich gegen das kommunistische Regime in seiner Heimat auf. Der Preis, den er dafür zahlte: Die Kommunisten machten ihn, den Olympiasieger, zu einem Angestellten der Müllabfuhr. Was für eine Demütigung!

1 Antwort

Von Ruedi Kamm erfasst am 15.01 2020 20:04

Wer von unseren heutigen Sportidolen hätte so viel Schneid?

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