FC St. Gallen 1879

Die Sehrwichtigen

«Zigi, Zigi», skandierten 11 000 am frühen Sonntagabend. Die Menge war nicht auf Nikotinentzug, sondern feierte ihren neuen Liebling.

Gerade mal 94 Minuten brauchte Lawrence Ati Zigi, der frischgebackene St. Galler Torhüter, um Dejan Stojanovic vergessen zu machen. 1,2 Millionen kassierte St. Gallen für Stojanovic, Zigi aus Ghana kostete bloss 100 000 Fränkli. An diesem Geschäft hätte sogar der grösste Dealmaker aller Zeiten seine Freude gehabt.

3:1

Neben Zigi brillierte gegen Lugano Victor Ruiz. Der kleine, dribbelstarke Spanier erzielte zwei Tore. Nach einer dürftigen ersten Halbzeit drehten er und das ganze Team auf. Das St. Galler Märchen geht weiter.

Hüppi, Sutter, Zeidler

Wichtig sind beim FC St. Gallen viele. Der Platzwart, die Waschfrau, der Bratwurstverkäufer. Doch die Sehrwichtigen heissen Hüppi, Sutter und Zeidler. Matthias Hüppi: Wäre er Prediger, würde er auch einen Atheisten radikalisieren. Unermüdlich wirbelt der Präsident in der Region und streut die grünweisse Euphorie. Sportchef Alain Sutter fischt im Meer der 1000 mal 1000 Talente die richtigen. Und Peter Zeidler macht seinem Namen Ehre. Wie Petrus ist er ein Menschenfänger, der jeden Spieler besser macht.

Es liegt was in der Luft. Im Toggenburg die Gülle, im Rheintal der Nebel und in der Stadt der dritte Meistertitel der Clubgeschichte.

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