SC Kriens

Der rauchende Orang-Utan im Kühlschrank

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Und das neue Stadion Kleinfeld in Kriens schon gar nicht. Die Bauarbeiten begannen im Februar 2017, nun steht das Werk vor der Vollendung. Das Stadion kommt wie gerufen, der SC Kriens kickt künftig in der Challenge League.

Das Krienser Schmuckkästchen bietet 3200 Zuschauern Platz. Eröffnet wird es Mitte Oktober, ein paar Wochen verspätet. Der Grund: Beim Aushub des Spielfelds kam ein Friedhof zu Tage. Wer da glaubte, der SC Kriens habe Leichen im Keller, abgemurkste gegnerische Spieler etwa, stand meilenweit im Offside. Es handelte sich um eine Schadstoffdeponie aus den vierziger Jahren, die nun sorgfältig saniert wird. 

Bayern-Bezwinger 

Gegründet wurde der SC Kriens 1944. 74 Jahre später blickt er auf eine bewegte Geschichte zurück. Zweimal gelang ihm der Aufstieg in die höchste Spielklasse, in die damalige NLA. 2010 stand der SC Kriens im Halbfinal des Schweizer Cups und scheiterte hauchdünn 0:1 am FC Basel. Den vielleicht grössten Sieg der Vereinsgeschichte tütete Kriens gegen Bayern München ein. Auch wenn es bloss ein Freundschaftsspiel war: Bayern-Bezwinger sind auf diesem Planeten so selten wie rauchende Orang-Utans im Kühlschrank. 

Freude und Jubel 

Ende Mai schafften die Krienser die Rückkehr in den bezahlten Fussball. Die Freude darüber war gross, aber nicht überschäumend. Den ultimativen Jubel haben sich die Jungs von Trainer Berner, einem Zürcher, für die kommenden Partien gegen Servette, Schaffhausen, Aarau und Lausanne aufgespart. Das Abenteuer Challenge League, es soll beginnen. 

Verbrechen am Fussball 

Alles paletti also in Kriens? Fast, aber nicht ganz, denn im neuen Stadion wird auf Kunstrasen gekickt. Herrgott, Maria! Das ist ein Verbrechen am Fussball. Schlimmer noch als ein verscharrter gegnerischer Stürmer im eigenen Strafraum.