Martin Schmidt

Der Mann aus den Bergen

Der Fussball schreibt die besten Storys. Und zur Abwechslung auch mal ein Märchen. Es war einmal ein kleiner Bub, der hütete Schafe auf dem Berg.

Der kleine Bub hiess Martin, heute ein Mann von 52 Jahren. Seine Kindheit verbrachte Martin im Oberwallis, wo er im Sommer auf der Belalp seinem Grossvater zur Hand ging und Schafe hütete.

Verletzungspech

Kehrte der Bub von der Alp ins Tal zurück, widmete er sich wieder dem Ball, der wichtigsten Sache im Leben. Mit dem FC Naters schoss Martin Schmidt, inzwischen ein junger Mann, aus der 3. Liga hoch bis in die Nationalliga B. Doch Schmidt zahlte einen hohen Preis. Siebenmal riss er sich das Kreuzband.

Rollenwechsel

SIEBEN Kreuzbandrisse. Gottvater im Himmel! Martin Schmidt wechselte auf die Trainerbank. Schaffte mit dem FC Raron den Aufstieg in die 2. Liga interregional. Daraufhin wechselte er zum FC Thun und übernahm die U23-Equipe.

Mainz, Wolfsburg, Augsburg

Dann ging's schnell. Erst Nachwuchstrainer bei Mainz 05, übernahm er 2015 die erste Mannschaft und führte sie sensationell in die Europa League. 2017 trennten sich Schmidt und Mainz. Danach folgte ein kurzes Intermezzo bei Wolfsburg. Seit wenigen Wochen ist Martin Schmidt Trainer des FC Augsburg. Er übernahm den Verein in Not und lotste ihn mit aufsehenerregenden Siegen gegen Frankfurt und Stuttgart ans sichere Ufer.

Oben

Der Mann aus den Bergen hat sich in Deutschland einen Namen gemacht. Wer es ins legendäre SPORTSTUDIO schafft und an die Torwand, ist ganz oben angekommen.

 

Wurzeln

Dennoch kehrt Martin Schmidt oft und noch lieber häufig ins Wallis zurück. Dort hat er seine Wurzeln, dort leben seine Freunde und die Familie. Mit Schwester Miranda betreibt er in Brig die Bekleidungsfirma Texcon. Ein Mann wie Schmidt lässt sich nicht auf Trillerpfeife und Taktiktafel reduzieren.

Schweizer Nati

Wohin ihn sein Weg noch führen wird? Martin Schmidt als Coach der Schweizer Nati ist eine reizvolle Vorstellung. Doch was morgen kommt, weiss nur der liebe Gott. Der lässt sich bekanntlich nicht über die Schulter schauen. Auch nicht von einem seiner Schäfchen, einem gläubigen katholischen übrigens, das früher Schafe hütete.