BSC Young Boys

Bern kann Neapel

Hütter und Himmel sei Dank! Die Durststrecke ist beendet. Am Samstagabend strömten Bier und Champagner wie die Aare bei Hochwasser. YB ist Meister, nach 32 langen Jahren.

Am Samstagabend, 28. April, schlugen die Young Boys den FC Luzern 2:1. Der Treffer zum Meistertitel fiel in der 88. Minute, zuvor hatte Goalie Wölfli einen Penalty in Extremis abgewehrt. Das dramatische Spiel bekehrte auch die letzten Zweifler: Fussballgott existiert. Von Menschenhand war dieser Spielverlauf nicht. 

Überbordend 

Nach dem Schlusspfiff verwandelte sich das Stade de Suisse in einen Hexenkessel. Die überbordende Stimmung erfasste die ganze Stadt. Bern kann Neapel. Das hätte man der behäbigen Beamtenstadt nicht zugetraut. Es dämmerte schon der Morgen, als sich die letzten Festbrüder mit lallenden Augen und glasiger Stimme auf den Heimweg machten. 

Adi Hütter 

Architekt des Erfolgs ist Adi Hütter. Der 48-jährige Vorarlberger meisterte die Herausforderung, an der sich vor ihm zwei Dutzend Trainer die Zähne ausgebissen hatten. Zuletzt war Uli Forte, diese seltsame Mischung aus Eros Ramazzotti und Dällebach Kari, gescheitert. Es brauchte einen Österreicher, um den Berner Fussballfluch zu besiegen. Sachen gibt's, die gibt's nicht. 

Vor dem Double 

Geht alles mit rechten Dingen zu und her, tütet YB Ende Mai sogar das Double ein. Im Cupfinal gegen den FC Zürich ist der Meister klarer Favorit. Zumal das Spiel im eigenen Stadion, auf Kunstrasen also, ausgetragen wird. Der nächsten Party steht nichts im Weg. 

Rasen, bitte 

Die Schweiz gratuliert den Young Boys zur grossartigen Saison. Und verbindet die Glückwünsche mit einer kleinen Bitte: Sät wieder Rasen im Stade de Suisse. Fussball auf Plastik ist wie eine Bratwurst ohne Fleisch. Oder wie Sex mit Kim aus dem Erotikshop. Der Aufblasbaren.