FC Turgi

Zigaretten, Whisky und wilde, wilde Frauen

100 Jahre sind es wert, dass man ihn besonders ehrt. Doch dem FC Turgi steht der Sinn nicht nach Ehre, sondern nach Punkten. Er steckt tief im Schlamassel.

Der FC Turgi ist drauf und dran, sich zum grossen Geburtstag im Sommer ein Ei zu legen. Der Drittligist ist abstiegsgefährdet. Nur sieben Pünktchen verirrten sich in der Vorrunde auf sein Konto. Den Zlotorowicz-Jungs hilft im Frühling nur ein veritables Fussballwunder.

Rezept für ein langes Leben

In seinen besten Zeiten kickte der FC Turgi in der 1. Liga. Nun droht der Absturz in die Tiefgarage des Fussballs. Das hat ein 100-Jähriger nicht verdient. Doch komme, was wolle: Der FC Turgi lässt sich nicht unterkriegen. Das Rezept für ein langes Leben? Zigaretten, Whisky und wilde, wilde Frauen. Das jedenfalls sagte der Engländer Henry Allingham an seinem 100. Geburtstag. Er wurde 113 Jahre alt.

René Higuita

Ganz schön wild sind auch die Turgi-Frauen, zumindest vor dem gegnerischen Kasten. Sie stellen das torgefährlichste Team der 3. Liga und flirten mit dem Aufstieg. Die Problemzone des Teams ist die Defensive, die in der Vorrunde 19 Treffer kassierte. Schon Trainerlegende Otto Rehhagel sagte: «Hinten muss die Null stehen.» Und eine Torfrau, die den Ball von der Linie kratzt. Wie das geht, lernt frau am besten vom Kolumbianer René Higuita, hier in einem Länderspiel gegen England.

100 Jahre soll er werden, der gute Higuita! Und der FC Turgi? Die ersten 100 Jahre sind die schwersten. Danach geht's leichter.