FC Muri

Unbestechlich wie ein toter Hund

Im Klosterdorf flöten es die Engel von den Dächern. Der FC Muri feiert sein 70-jähriges Jubiläum dieses Jahr.

Ob bei der Gründung 1950 Freudentränen flossen im oberen Bünztal, ist nicht überliefert. Sicher ist, dass sich im gleichen Jahr in Rio de Janeiro ein gigantisches Tränenmeer ergoss. Der Grund war ein trauriger: Die Seleção vergeigte gegen Uruguay den WM-Titel. Brasilien war geschockt, die Welt perplex.

Interregionaler Zweitligist

Unbestechlich wie ein toter Hund ist er, der Ball. Das wissen auch die Murianer. Mal bescherte er ihnen Momente des Glücks, mal sorgte er für abgrundtiefe Enttäuschung in den letzten 70 Jahren. Was behauptet werden darf auch ohne doppelte Buchhaltung: Im gegnerischen Tor schlug der Ball öfter ein als im eigenen. Sonst würde der FC Muri nicht in der 2. Liga interregional spielen, sondern im dritten oder vierten Untergeschoss.

0:7

Das Highlight der jüngeren Vereinsgeschichte war 2018 die Cuppartie gegen den FC St. Gallen. Muri träumte vom grossen Coup – und wurde gnadenlos demontiert. 0:7 lautete das Endresultat vor 2400 Zuschauern. Bester Spieler der Heimmannschaft war Torhüter Silvan Sigg, der eine noch höhere Niederlage verhinderte.

Auf die Jugend

Nach der abgebrochenen Saison 2019/20 sind die Murianer giggerig. Sie wollen zurück in die 1. Liga. Genauso wichtig wie der Erfolg der ersten Mannschaft ist dem FC Muri die Förderung des Nachwuchses. Wer 70 Jahre auf dem Buckel hat, setzt auf die Jugend. Den Kids in Muri beim Kicken zuzuschauen, ist die pure Freude.

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