FC Uster

Mond und Mars

Man schrieb das Jahr 1909, als der FC Uster abhob. Zusammen mit Borussia Dortmund und Hans Grade, dem deutschen Flugpionier.

Grade war ein Teufelskerl. Unerschrocken stieg er 1909 hoch mit der Libelle, einer klapprigen Eigenkonstruktion. Man glaubt es kaum: Hans Grade brach sich nicht sämtliche Knochen, er starb 1946 im Bett.

2. Liga interregional 

Auch Borussia Dortmund weiss, was Höhenflüge sind. Der aktuell von Lucien Favre trainierte Ruhrpott-Verein ist Champions-League-Sieger und mehrfacher deutscher Meister. Von solchen Erfolgen wagt der FC Uster nicht einmal zu träumen. Er kickt in der 2. Liga interregional, der fünfthöchsten Liga. In dieser Saison tut sich der FC Uster schwer. Sein Problem: Er schiesst zu wenig Tore. 

Adrian Nikci 

Einer, der wusste, wo das Tor stand, ist Adrian Nikci, der ehemalige Ustemer Junior. Keiner war schneller mit dem Ball am Fuss. In jungen Jahren sorgte er beim FC Zürich für Furore, dann suchte er sein Glück in Deutschland, wo seine Karriere ins Stocken geriet. Heute ist er 29 und beim FC Schaffhausen gestrandet. Der Fussball ist rund wie der Mond. Und hat wie der Himmelskörper auch eine dunkle Seite. 

Nachwuchs vor 

In der Juniorenabteilung des FC Uster haben solche Gedanken keinen Platz. Im Zentrum steht die Freude am Spiel. Engagierte Trainerinnen und Trainer bringen den Kids den Umgang mit Ball, Gegner und Schiedsrichter bei. Eine bessere Lebensschule als den Fussball gibt es nicht. Zwei Dutzend Teams umfasst die Ustemer Juniorenabteilung. Da braucht sich der Verein, obschon er 110 Jahre auf dem Buckel hat, keine Sorgen zu machen. Ihn wird es auch noch geben, wenn der erste Mensch dereinst zum Mars hochfliegt.

Von Turi Ganz erfasst am 11.02 2019 20:14

Adrian Nikci

Sehr bitterer Karriereknick. Und das Schlimmste könnte ihm noch bevorstehen. René Botteron vom FCZ endete nach seiner Karriere als Laufbursche bei einer Bank.

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