SC Zofingen

Mamma kocht nicht immer Macaroni

Vor 120 Jahren lief der Fussballgott zur Bestform auf. Er erweckte den FC Barcelona und den AC Mailand zum Leben. Und im Aargauischen den SC Zofingen. Man schrieb das Jahr 1899.

Über Barcelona und Mailand ist alles gesagt. Nur noch das: 2005 traf der AC Mailand im Final der Champions League auf Liverpool. Nach 45 Minuten lagen die Italiener 3:0 in Front. Siegessicher schrieben die Spieler in der Halbzeitpause SMS an ihre Freunde, wo später am Abend die grosse Party steigen werde. Der FC Liverpool glich in der zweiten Halbzeit innerhalb von sechs Minuten aus und siegte im Elfmeterschiessen.

Mutter aller Niederlagen

Es war eines der aufregendsten Spiele der Fussballgeschichte. Und für die Italiener die Mutter aller Niederlagen. Dabei hatten sie geglaubt, die Mamma sei immer zu Hause und koche Macaroni.

Erstligist

So dramatisch liest sich die Zofinger Clubgeschichte nicht. Der Verein hat sich in den oberen Stockwerken des Amateurfussballs eingenistet. Schwindelerregende Höhenflüge und jähe Abstürze? Fehlanzeige. Aktuell spielt der SC Zofingen in der 1. Liga – und schlägt sich als Aufsteiger wacker.

Trainer weg

Alles paletti also beim Jubilar? Nicht ganz, nach der Vorrunde wurde Erfolgstrainer Nicola Nocita in die Wüste geschickt. Der Grund ist nebulös, es soll zwischen ihm und dem Vorstand geknirscht haben. Die Mannschaft wurde vom Entscheid überrascht. Captain Robert Majic: «Ich finde es sehr schade, dass es zur Trennung kam.»  

Andy Egli

Zum Glück fällt Nicola Nocita nach dem Aus in Zofingen nicht in ein Loch. Er steht mit beiden Beinen im Leben. Ein anderer ehemaliger Zofinger Trainer tut sich schwerer. Andy Egli sprang 2008 als Feuerwehrmann ein und bewahrte den SC Zofingen vor dem Abstieg. Heute isst der 77-fache Internationale als Fussballexperte beim Schweizer Fernsehen sein Gnadenbrot.

Voller Geigen

Der Fussball ist nicht nur glamourös, sondern ein Abbild des Lebens. 2019 hängt der Himmel in Barcelona und Zofingen voller Geigen. In Mailand auch, solange niemand sagt: «Weisst du noch, 2005?» Diese blöden Knochen am Ohr soll doch der Teufel holen!