FC Escholzmatt-Marbach

Blutwürste statt Blutgrätschen

Im schönen Entlebuch sitzen die bösen Buben. Nicht hinter schwedischen Gardinen, sondern auf der Ersatzbank des FC Escholzmatt-Marbach. Der Viertligist ist der fairste Fussballverein der Schweiz.

Blutwürste sind im Entlebuch beliebt, wenn im Herbst die Blätter fallen. Blutgrätschen verpönt das ganze Jahr. Szenen wie die vor 38 Jahren in der deutschen Bundesliga will beim Fussballclub Escholzmatt-Marbach niemand sehen. Leidtragender war Ewald Lienen, Spieler von Arminia Bielefeld. 

Cupabenteuer 

Der FC Escholzmatt-Marbach hat sich dem fairen Spiel verschrieben. Das freut gegnerische Akteure, Schiedsrichter und auch die Suva. Zur Belohnung stand der Viertligist in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups. Am 18. August traf Escholzmatt-Marbach zu Hause auf den FC Bavois aus der Promotion League. 

Lospech 

Wunschlos glücklich war im Entlebuch niemand mit diesem Los. Man hatte vom FC Luzern oder von YB geträumt. Präsident Philipp Duss dürfte sich am meisten geärgert haben. Er agierte in der Auslosung als Glücksgöttin und hatte für einmal kein goldenes Händchen. 

Deportivo Portugues Aarburg 

Der FC Escholzmatt-Marbach war gegen Bavois chancenlos und verlor 0:14. Um die Geschichte abzuschliessen: Der unfairste Verein der Schweiz stammt aus Aarburg und heisst Deportivo Portugues. Die Portugiesen grätschen alle um, die bis drei nicht im Offside stehen. So klein die Schweiz, so verschieden die Welten, die in ihr leben.