Fischen

Im Morgengrauen

Der grösste Fischer der Menschheitsgeschichte war Petrus. Er bekam die Angelrute von ganz oben in die Hand gedrückt. Petrus fischte Menschen, nachzulesen in der Bibel.

Die Angelrute – ein Produkt von erlesener Qualität – ist noch immer im Einsatz. Es ist Papst Franziskus, der sie zurzeit auswirft. Petrus war die Nummer 1, Franziskus ist die Nummer 266 in der langen Papsthistorie.

Ernest Hemingway

Es gibt auch Petrijünger, die ohne Heiligenschein durch die Gegend laufen. Zum Beispiel Ernest Hemingway. Der amerikanische Schriftsteller und Nobelpreisträger, den Frauen und dem Alkohol zugeneigt, war begeisterter Jäger und Stierkampffan. Doch seine wahre Leidenschaft galt dem Fischen. In der Karibik machte er Jagd auf Marlins und andere Raubfische.

Metapher für das Leben

In Kuba schrieb Hemingway die Story DER ALTE MANN UND DAS MEER, die von einem armen Fischer handelt, der einen riesigen Marlin fängt. Auf dem Weg zurück an Land fressen ihm Haie den Fang vom Haken. Der Roman ist eine treffende Metapher für das Leben. Zuletzt gehen alle leer aus. Der König genauso wie der Bettler. Alle plumpsen mit leeren Händen in die Grube.

Das höchste aller Gefühle

In der Schweiz gibt's keine Marlins. Dafür tummeln sich Forellen in schnapsklaren Bergbächen. Oder Barsche und Hechte in den Flüssen und Seen des Mittellandes. Der Wasserreichtum der Schweiz lässt die Herzen der Angler höher schlagen. Im Morgengrauen auf dem stillen See die Rute auszuwerfen, ist für ganze Kerle das höchste aller Gefühle. Genauso wie am Bergbach, auf der Suche nach der besten Stelle, sich über Felsen zu kämpfen und durch Brombeerbüsche zu schlagen.

 

An dunklen Winterabenden

Fangtechniken gibt's wie Fische im Wasser. Als Königsdisziplin des Angelns gilt das Fliegenfischen. Den Raubfischen werden auf der Wasseroberfläche künstliche Fliegen präsentiert. Eleganter kann Angeln nicht sein. Passionierte Fliegenfischer stellen ihre Köder an dunklen Winterabenden selbst her. Alle anderen finden in Fischereigeschäften eine breite Auswahl. Dort gibt's auch alles andere, was das Anglerherz begehrt.

Himmlisch!

Zappelt eine prächtige Forelle am Haken, jauchzt der Gaumen. Auf dem Grill oder im Backofen zubereitet, schmeckt die Forelle einfach himmlisch. Oder noch besser: Man macht am Ufer ein Feuer und brät den Fisch nach alter Indianerart. Die Gewürze wachsen im Wald und auf der Wiese.

Nicht ein einziges Mal

Kehrt man irgendwann verschwitzt und mit ein paar Kratzern nach Hause zurück, stellt man erstaunt fest, dass das Handy nicht geklingelt hat. Nicht ein einziges Mal. Kein Wunder: Es blieb zu Hause. Wie die Alltagssorgen auch.