Grenzlandturnier Widnau

Die Welt zu Gast

Die Rheintaler sind erfrischend anders. Sie machen die Faust nicht im Sack, sondern ballen sie in aller Öffentlichkeit.

Am Wochenende vom 10. bis 12. August steigt in Widnau das 60. Grenzlandturnier. Der Name ist Programm, Widnau liegt nur einen Seitensprung von der österreichischen Grenze entfernt. 

Rund um den Globus 

Faustball ist keine Erfindung der Neuzeit. Der Sport wurde bereits in der Antike ausgeübt. Auch im späten Mittelalter war Faustball populär, wie Johann Wolfgang von Goethe 1786 in einem seiner Tagebücher festhielt: «Vier edle Veroneser schlugen den Ball gegen vier Vicenter; sie trieben das sonst unter sich, das ganze Jahr, etwa zwei Stunden vor Nacht.» Im 19. und 20. Jahrhundert waren es deutsche Auswanderer, die den Faustball um den Globus trugen. Heute wird unter anderem in Argentinien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und Namibia mit der Faust gegen den Ball gehämmert. 

Von weit her 

Am Grenzlandturnier nehmen mehr als 100 Mannschaften (und Frauschaften) aus dem In- und Ausland teil. Da fliegen die Bälle munter über das Band – und den Zuschauern um die Ohren. Gespannt ist man auf die Auftritte der Gastteams aus Brasilien und Namibia. Für drei Tage ist in Widnau die Welt zu Gast. 

Nicht ganz so hart 

Neben den Spitzenspielern dreschen auch Hobbyfaustballer auf den Ball ein. Nicht ganz so hart, was dem Spielgerät nur recht ist. Masochistisch veranlagt ist er nämlich nicht, der Ball.

Das Grenzlandturnier in Widnau ist online.