Schweizer Nati

So also sehen Helden aus

Die Schweiz im Ausnahmezustand. Am Pfingstsonntag verfolgten 1,4 Millionen den WM-Final gegen Schweden. Die Nation biss sich die Fingernägel blutig.

Das Spiel war ein Krimi. 80 Minuten boten die Eisgenossen den hoch favorisierten Schweden Paroli und mussten sich erst im Penaltyschiessen geschlagen geben. Auch wenn es schmerzt wie eine Wurzelbehandlung ohne Spritze: hier noch einmal die Entscheidung. 

Berührte Herzen 

Es gibt Situationen im Leben, in denen man zu den Verlierern zählt und trotzdem gewinnt. Die Spieler der Schweizer Nati haben die Herzen der Nation berührt. So also sehen Helden aus. In Kopenhagen kurvte keine Interessengemeinschaft von Millionären lustlos auf gefrorenem Wasser, sondern ein verschworenes Team von Patrioten. Auch wenn dieses Wort in Zeiten wie diesen im Giftschrank weggeschlossen wird wie Zyankali. 

Leonardo Genoni 

Jeder der Helden hätte eine Laudatio verdient. Etwa Torhüter Leonardo Genoni, der ein fantastisches Turnier spielte und im Halbfinal die Kanadier an den Rand des Wahnsinns trieb. Was nicht alle wissen: Nach einem Crash in jungen Jahren hört Genoni nur noch 40 Prozent und trägt ein Hörgerät. Und als Sohn eines Herzchirurgen kann Leonardo Genoni kein Blut sehen. 

Sven Andrighetto 

Schon als kleiner Junge stand für ihn fest, wohin er wollte. Nicht ins Pfadilager, sondern in die NHL. Sven Andrighetto, der nur 1,75 Meter grosse Zürcher, ging seinen Weg, den viele für einen Holzweg hielten. Heute ist er in der besten Liga der Welt eine feste Grösse und in der Nati die treibende Kraft. 

«Ich bin immer noch wütend» 

Nicht zu vergessen Kevin Fiala. In der Verlängerung hatte der 21-jährige Ostschweizer Supertechniker den Weltmeisterpuck auf der Schaufel. Pfannenfertig. In 98 von 100 Spielen macht er ihn rein. Gegen Schweden nicht. Ob's an seiner schwedischen Freundin lag? Fiala am Tag danach: «Ich bin immer noch wütend, dass ich den Treffer nicht erzielt habe. Sonst hätten wir jetzt die Goldmedaille.» 

Fussballer am Zug 

Mehr noch: Hätte Fiala getroffen in der 76. Minute, wäre die Schweiz ausgetickt wie noch nie in den letzten 727 Jahren. Schade drum. Ob sich die Schweizer Fussballer in Russland von den Eisgenossen inspirieren lassen? Sie heissen nicht Meier, Moser, Baltisberger oder Josi, sondern Xhaka, Shaqiri und Behrami. Wir sind gespannt.

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Von Hampi L erfasst am 23.05 2018 07:56

Einfach nur grandios. Ich ziehe den Hut vor diesen Jungs. Alle haben mich beeindruckt, vor allem aber Tristan Scherwey. Nicht der Talentierteste, aber dieser Wille und diese Leidenschaft! GRANDIOS!

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