SC Bern

Mister 94,27 Prozent

Die Kornhausbrücke führt über die Aare und der Meistertitel über den SCB. Bärenstark sind die Berner unterwegs. Nur der EV Zug hält Schritt.

Der SC Bern kann sich in dieser Saison nur selber schlagen. Dieser Eindruck verfestigt sich immer mehr. Nach sechs Siegen in Serie war es am 1. Februar mal wieder soweit. Ein fahriger SCB verlor zu Hause gegen Langnau. Niederlagen im Tatzen-Derby sind in Bern beliebt wie Herpes und Hämorrhoiden.

Hexer Genoni 

Sind die Jalonen-Jungs bei der Sache, steht die Konkurrenz fast immer auf verlorenem Posten. Tragende Figur bei den Bernern ist ein Zürcher. Leonardo Genoni ist der beste Torhüter auf Schweizer Eis. Seine Fangquote: 94,27 Prozent. Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass der Puck den Weg in Genonis Kasten findet. 

Mark Arcobello 

Vorne sorgt der Amerikaner Mark Arcobello für Betrieb. Übers Wasser gehen kann er nicht, aber wundersame Dinge vollbringt er dennoch. 18 Tore und 20 Assists buchte der 30-Jährige in den ersten 38 Partien. In der NHL eine Wanderniere, hat er in Bern sein sportliches Glück gefunden. 

Unerschütterlich 

Und wenn der EVZ den Bernern in den Playoffs den Meister zeigt? Oder die Lions mit Del Curto? Dann geht die Welt nicht unter. Die Kornhausbrücke ruht weiter in ihrem unerschütterlichen Fundament. Zu viel hat sie schon gesehen. 1931 etwa kletterte Dällebach Kari über ihr Geländer und stürzte sich in den Tod. Der SCB lag damals in den Windeln, erst ein paar Monate alt. 

Im Sauseschritt 

Doch holt der SC Bern im Frühling den 16. Meistertitel, kommt Leben in ihre stählernen Knochen. Die Kornhausbrücke wankt und schwankt im Sauseschritt. Eine Nacht lang und einen Tag.