Kevin Fiala

Kevin lässt die Puppen tanzen

Die Gegensätze sind schwindelerregend. Hier Zuzwil, das Kaff im Fürstenland. Dort Nashville, in Tennessee, die Metropole der Country-Musik. In Zuzwil gibt's nicht mal eine Dorfdisco.

Was zum Geier verschlägt einen jungen Ostschweizer über den grossen Teich nach Tennessee? Dahinter steckt kein reicher Onkel in Amerika, sondern sportliches Talent und der unbedingte Wille, sich durchzusetzen im schnellsten Mannschaftssport der Welt. 

Uzwiler Junior 

Kevin Fiala, geboren am 22. Juli 1996, wuchs in Zuzwil auf. Sein Vater Jan spielte einst für den HC Lugano in der NLA und für den Erstligisten Uzwil Hawks. In Uzwil wirbelte er zusammen mit dem jungen Mathias Seger, heute eine lebende ZSC-Legende. Im Nest der Hawks schlüpfte auch Kevin Fiala. Der Kleine erwies sich als grosses Talent. Mit den Gleichaltrigen in der Provinz spielte Kevin bald Katz und Maus. So führte ihn sein Weg nach Zürich zu den Lions und mit 16 Jahren nach Schweden in die beste Juniorenliga Europas. 

Tränen in der Fremde 

Der unkonventionelle Schritt in den hohen Norden erwies sich als goldrichtig. In Schweden holte sich Fiala den letzten Schliff und – weit weg von Mamas Rockzipfel – jene mentale Härte, die es braucht, um sich im Spitzensport durchzusetzen. Wie viele Tränen er vergoss in der Fremde? Fluteten sie einen Fingerhut – oder einen Swimmingpool? Die Antwort kennt nur einer. 

Durchgestartet 

Heute spielt Kevin Fiala, 21, in der NHL für die Nashville Predators. In dieser Saison trumpft der Supertechniker gross auf. Seine Bilanz nach 61 Partien: 20 Tore und 20 Assists. Die Fans geraten in Ekstase, schnappt sich Fiala den Puck und netzt ihn ein. 

Entschlossen statt zaghaft 

Die Blitzkarriere Kevin Fialas versetzt Zuzwil, Uzwil, die Ostschweiz und das ganze Land in Erstaunen. Was wir daraus lernen? Der Entschlossene lässt in Nashville die Puppen tanzen. Der Zaghafte bleibt zurück im Dorf, wo's nicht mal eine Disco gibt.