EV Zug

Catenaccio und Cappuccino

Das Zwischenzeugnis fällt erfreulich aus. Der EVZ geht als Klassenprimus ins neue Jahr.

Früher brillierte Zug nur in den musischen Fächern. In Physik, Chemie und Mathematik war der SC Bern besser. Deshalb verloren die Zuger in den letzten drei Jahren zwei Playoff-Finals gegen die Mutzen.

1:0

Dass sich das geändert hat, bewiesen die Zuger in der letzten Partie des alten Jahres. Physisch stark, mit einer guten Chemie im Team und minimaler Mathematik bezwangen sie den SC Bern 1:0. Es war ein Sieg des guten alten Catenaccio. Der SC Bern wurde mit seinen eigenen Waffen geschlagen.

Ansage

Zug-Trainer Dan Tangnes nach dem Gipfeltreffen am 23. Dezember: «Wir finden jetzt Wege, solche Spiele zu gewinnen. Wir entwickeln uns in die richtige Richtung.» Tangnes Ansage ist klar wie ein Gläschen Schnaps. Die Zuger sind es leid, in Schönheit zu sterben. Sie wollen den Titel.

Hofmann und Genoni

Schon vor den Playoffs darf konstatiert werden: Sportchef Reto Kläy hat seinen Job gemacht. Vorne sorgt Grégory Hofmann für die Musik, hinten steht Goalie Leonardo Genoni seinen Mann. Nicht immer wirkte er souverän im Herbst, doch wenn die ersten Schneeglöcklein spriessen, wird er da sein. Wäre Reto Kläy Cassius Clay alias Muhammad Ali, könnte er sagen: «Es ist schwierig, bescheiden zu sein, wenn man so grossartig ist wie ich.»

In Zug ist alles angerichtet. Fehlt nur der Cappuccino vor dem Showdown. Hellwach müssen sie sein, die Zuger. Dann, ja, dann.

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